(Bewertung 1 schlecht bis 5 sehr gut)
Kassandra Khaw, Hämmer auf Knochen (3,5)
Kassandra Khaw, Ein Lied für die Stille (4)
Caitlin Kiernan, Agenten aus Dreamland (4)
S. L. Coney, Wilde Weiten (4,5)
Victor Lavalle, Die Ballade von Black Tom (4)
(aus der Reihe „Cemetary Dance Germany“ – Select, Schuber mit Geschichten als Hommage an H. P. Lovecraft, sehr handliches Format auf gutem Papier)
Christopher Zeischegg, The Magician Ein eigenartiges, irgendwie fesselndes aber auch ein ärgerliches Buch, das nach einer interessanten und entlarvenden Beschreibung des Porno-Milieus von L.A., auf eine magisch-sureale Ebene umschwenkt, um im letzten und am wenigsten überzeugendem Drittel den Protagonisten in die Normalität des us- amerikanischen Vorstadtlebens zu führen, 3,5.
Brom, Slewfoot (4 – Eine weitaus besser als der erwartete 08/15 Puritaner-Hexen-Irgendwas-Geschichte)
Fritz Leiber, Lovecraft und Ich (3,5 – Essays und Kurzgeschichten, wirklich nur für Liebhaber von HPL zu empfehlen)
Kurt Vonnegut, Die Sirenen des Titan (4,5 – skurrile, originelle und sehr unterhaltsame SF-Satire)
Edward Lee, Luzifers Lotterie – Auch wenn sich Lee hier etwas mehr Mühe als in seinen anderen, schnell runter gerotzten „Romanen“ gegeben hat und die Qualen der Unterwelt in ebenso bösen wie bös-witzigen Bildern beschreibt, ist das Buch eine Enttäuschung, an der auch die Einführung von H.P. Lovecraft als „Führer“ durch die Hölle nichts ändert, 2,5.
R. Scott, Die Chronik des Schwarzen Steins – Die an R. E. Howards Vorlage „Der Schwarze Stein“ angelehnte „dark erotic“ Story, bleibt weitgehend flach, während die teilweise brutal-pornographischen Beschreibungen weniger erotisch als klischeehaft sind, enttäuschend, 2,5.
Charlton Melick III, Apeshit – Die sog. „bizarro horror“-Story auf dem Niveau eines pubertierenden 10 Klässlers habe ich nur knapp 100 Seiten ertragen können, 1.
Dan Simmons, Song of Cali – Die sehr atmosphärische und surreale „urban horror“-Geschichte besticht durch offenbar gute Kenntnis der Stadt in den 1980ern und einer düsteren Stadtlandschaft als wahrer „Hauptfigur“ der Handlung, 4.
Robert E. Howard, Almuric – Der brutal archaische Heldenroman mit einer Art extrem ungeschliffenen Conan als Hauptfigur ist mit SF-Elementen und sardonischem Humor unterlegt und für Fans von Howard eine Entdeckung, 3.
Fritz Leiber, Die Abenteuer von Fafhrd und dem kleinen Mausling, Ausgabe in 4 Bänden in der „Edition Phantasia“ – Die äußerst witzigen Geschichten um zwei Anti-Helden, die sich einer pseudo-spätmittelalterlichen Welt als Abenteurer, Diebe, verliebte Trunkenbolde und Opfer der Spiele skuriler Magier durchschlagen, heben sich wohltuend von den im Genre meist vorherrschenden Sorcery- & Sword-Stories ab und sind definitiv für ein erwachsenen Publikum geschrieben. Eine echte Entdeckung, 4.
K. W. Jeter, Die Nach der Morlocks – In der Fortsetzung der „Zeitmaschine“ untertunneln die Morlocks aus H.G. Wells Vorlage das spätviktorianische London und der „Held“ wird in ein immer abstruseres Abenteuer gezogen, dass mit dem Auftauchen von Kapitän Nemo noch lange nicht ihren Höhepunkt an unsinnigem Trash erlebt. 2,5.
Clive Barker, Hellriser – Der Roman, der als Vorliege zum gleichnamigen Film diente, ist eine routiniert geschriebene Story über die Verknüpfung von Lust und Schmerz, sozusagen eine sado-masochistischer Horroroman mit oberflächlich aufgesetzter Moral, 3.
Clive Barker, Gewebte Welt – Diese originelle, spannende, ergreifende und tiefgründige Geschichte, in der sich mythologische Elemente aus verschiedenen Kulturen mischen und deren Fabulierfreudigkeit an Salman Rushdies „Des Mauren letzter Seufzer“ erinnert, ist vermutlich Barkers bestes Werk, 4,5.
Clive Barker, Imagija – Die weitgehend spannende und durch ein originelle „world building“ überzeugende aber auch etwas langatmige Geschichte, thematisiert auch religiöse Fragen und ist teilweise recht blutig, sozusagen Fantasy-Horror, 4.
Peter Jordan, Das Rad der Zeit – Mit 14 Bänden und 12.000 Seiten das wohl umfangreichste abgeschlossene literarische Werk der Welt, dem aber eine Kürzung der teilweise extrem weitschweifigen und die Handlung fast ertränkenden Beschreibungen um ca. 25% gut getan hätte. Die Geschichte, die G.R.R. Martin offenbar als Vorlage für „Game of Thrones“ diente, besticht durch eine komplexe und stimmige Weltbeschreibung, einer fesselnden Geschichte voller subtilem Humor, in der christliche und taoistische Grundideen mit Verweisen auf technologische Hybris, Machtgier und anderen interessanten Gedanken zu einem stimmigen Ganzen verwoben sind, v.a. aber durch einer psychologisch durchdachten und ausdifferenzierten Charakterentwicklung, die in der Sinnkrise des Helden im 12 Band in einer wirklich gelungenen Katharsis gipfelt. Bei weitem besser und „runder“ als Game of Thrones. Band 1 bis 5: 4, Band 5-9: 3,5, Band 10: 2,5, Band 11 bis 14: 4,5.
Bruno Jelovic, Der Hundebeschützer (Sachbuch über ein Hundeschutzprojekt in Bosnien)
Noa Show, Deutschland schwarz-weiß (Sachbuch über Alltagsrassismus in Deutschland, Stand 2008. Lesenswert)
Paul Kane, Sherlock Holmes und die Diener der Hölle – Die als mysteriöse Sherlock-Holmes beginnende Geschichte wird in der zweiten Hälfte mit Clive Barkers „Hellräiser“- Geschichte verwoben, um im letzten Drittel in einer enttäuschenden und unsinnigen Klimax zu krepieren. 2,5.
Marc Olden, Edgar Allen Poe muss sterben – Der Klassiker der Pulp-Geschichten und Olden´s bekanntester Roman besticht durch eine gut recherchierte Beschreibung New Yorks der 1840er Jahre (samt spiritistischem Zeitgeist) und Kenntnis von Poe´s Biographie. Die klassische Rache-Geschichte eines britischen Preisboxers, der dem Magier, der seine Familie ermorden ließ, in die USA folgt, wo er (auf Empfehlung von Charles Dickens) Poe´s Bekanntschaft macht, spielt mit schwarzmagischen Klischees und teilweise derben Gewaltszenen, die aber nie Selbstzweck sind, sondern immer der Entlarvung der „Oberschicht“ als dekadent und moralisch verkommen dient. Kurzweiliger Lesespaß. 3.
