Lesestoff 2026

Alastair Reynolds, Unendlichkeit – Der fast 1000-seitige Space Opera / Hard SF Roman besticht durch eine spannende Hintergrundgeschichte, vielschichtig gezeichnete Charaktere und einige wirklich originelle Ideen. 4/5

Christopher Priest, Inversion – ein durch und durch unkonventioneller SF-Roman, der seine Grundprämisse der „Umkehrung“ sowohl inhaltlich, im weltenbau und in der Romanstruktur konsequent umsetzt und trotz kaum vorhandener „Action“ bis zum Ende fesselt. 4,5 / 5.

Andreas Gruber, Der Judas-Schrein – Spannender Mystery-Krimi, der ein lovecraftiges Setting auf die österreichische Provinz der 1990er Jahre überträgt. Trotz einiger Logiklöcher im Verhalten der Protagonisten bis zum Ende, auch in der Auflösung, spannend. 4/5

William Goldmann, Die Brautprinzessin – S. Morgensterns Geschichte von wahrer Liebe, ein modernes, komödiantischen Märchen, in dem die Handlung durch zahlreiche satirische Einlassungen des Editors unterbrochen wird. 3,5/5.

Joe R. Landsdale, In den Bergen des Wahnsinns – Eine Zusammenstellung von lovecraftigen Storys des Western- und Krimiautors. 3,5/5

James L. Delany, Babel-17 – Roman über die Verwendung von Sprache als Waffe im Konflikt zwischen zwei interstellaren Zivilisationen. Zweifellos eine Metapher auf den Kalten Krieg und die jeweiligen linguistischen Propaganda-Techniken, von der Orts- und Charakterzeichnung sehr von der „Hippie“-Zeit beinflusst. 3,5/5

James L. Delany, Nova – eine Variation von Melvilles Moby Dick im Weltraum, in der kein Wahl gejagt sondern eine spezielle Nova mit einzigartiger Strahlung, die fast unendliche Energiegewinnung ermöglicht, gesucht wird. Der Roman entfaltet seine größte sprachliche Kraft in den Rückblicken in Kindheit und Jugend des Protagonisten. Für das damalige SF-Niveau (man vergleiche die original Star Trek Episoden) sicher überdurchschnittlich. 3,5/5.

William Leiber, Der traurige Henker – Im dritten Band der Abenteuer von Fafhrd und dem kleinen Mausling erreicht Leiber seine schriftstellerischen Höhepunkt: unterhaltsame, recht düstere und mit sehr schwarzem Humor gewürzte Fantasy-Geschichten für Erwachsene, die auch sprachlich an Kraft gewinnen. 4/5.

Stanislaw Lem, Pilot Pirx – philosophische SF-Geschichten über menschliche Schwächen und Konstruktionsfehler im galaktischen Getriebe. Spannend, humorvoll, humanistisch und immer wissenschaftlich unterlegt. 5/5

William Leiber, Das Meerweib – der letzte Band, der vierbändigen Gesamtausgabe der Abenteuer des sympathischen Antihelden-Duos Fafhrd und der Kleine Mausling in der „Edition Phantasia“, ist der schwächste Band der Reihe. Leiber schließt hier den Kreis und baut Reminiszenzen fast aller vorher erlebten Abenteuer mit ein, um den gealterten Anti-Helden am Ende den wohlverdienten Ruhestand am Ende der Welt zu gewähren. 3,5/5

Peter S. Beagle, In Kalabrien – Eine ruhige und magische Liebesgeschichte für Erwachsene, in der ein Einhorn das zurückgezogene Leben eines gebrochenen Mannes mittleren Alters gehörig durcheinander bringt und dessen scheinbar verdorrte Seele neu ergrünen lässt. Kritische Seitenhiebe auf das „moderne Leben“, viel Sympathie für la dolce Vita in Kalabrien und eine Prise romantischen nur beinahe-Kitsches runden die Geschichte ab. 4,5/5.

Peter S. Beagle, Das Geisterhaus – Sensibel erzählte Coming of Age Geschichte, in der sich eine New Yorker Teenagerin auf einem britischen Spuk-Anwesen wiederfindet und über das Nacherleben und Aufklären eines drei hundert Jahre alten Verbrechens erwachsen wird. 4/5

Peter S. Beagle, Ich fürchte ihr habt Drachen – Beagles letzter Roman schlägt einen ungewohnt humoresken Ton an und auch hier geht es um das Hinter-die-Fassade-schauen, das zu sich selbst und zu wahrer Liebe finden und nebenbei gibt es jede Menge Drachen in allen möglichen Varianten und Größen. 4/5.

Michael Larrabeiti, Die Borribles 1: Die große Rumbeljagd – Was für ein Spaß, was für eine originelle und nach und nach immer spannender werdende Abenteuergeschichte im Untergrund von London! 4/6

Michael Larrabeit, Die Boribbles 2: Im Labyrinth der Wendels – Etwas düstere Fortsetzung. 4/5

Michael Larrabeit, Die Borribles 3: Die Schleppnetzfahndung – Eine noch düstere Fortsetzung und gelungener Abschluss der Trilogie. 5/5

Paolo Bacigalupi, Biokrieg – Im Thailand der Zukunft spielender SF-Thriller um Gen-Manipulation, globale Multis und Saatgutbanken. Sehr spannende, mit psychologisch überzeugenden Charakteren bevölkerter, zunehmend düster werdende Abenteuer-Dystopie. 4/5

H. G. Wells, Die Zeitmaschine – Der SF-Klassiker ist als Roman dann doch etwas weniger spannend, als in den zahlreichen filmischen Adaptionen. 3,5/5.

H. G. Wells, Die Insel des Dr. Moreau – Der SF-Klassiker um (modern formuliert) genetischen Manipulationen an Tieren thematisiert die moralische Verantwortung des Wissenschaftlers für seine Schöpfung und hinterfragt wissenschaftliche Hybris. Lesenswert! 4/5

H. G. Wells, Krieg der Welten – Der Roman besticht vor allem durch die eindringliche Beschreibung des in die geordnete Welt des britischen Empire langsam einbrechende Chaos und nimmt dabei indirekt die Schrecken eines industrialisierten Krieges samt Massenmorden vorweg. 5/5.

H. G. Wells, Befreite Welt – Der in der Zukunft geschriebene Rückblick auf das 20. Jahrhundert besticht durch erstaunliche Vorahnungen der tatsächlichen Weltgeschichte nach Erscheinen des Romans: Weltkriege mit Atomwaffeneinsatz, die zur Einsicht des „so geht es nicht weiter“ führen und zu (einer bisher leider nur fiktiven) Transformation der politischen System führen. Wells entpuppt sich hier als humanistischer Sozialist. 4/5.

Brian Lumley, Der Makel – Cthulhu-Mythos Novellen, die sowohl schriftstellerisch auch als auch story-technisch überzeugen. 4/5

Ambrose Bierce, Novellen –

Abdulrazak Gurnak, Das verlorene Paradies –

Janusz Meissner, Die Abenteuer des Jan Kuna genannt Marten –

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