Der „Lustgarten“, eines der Herzen der BRN und wenigen verbliebenen kulturellen Oasen, wo sich v.a. auch die Stadtteilbewohner noch wohlfühlen können, ist in seiner Existenz bedroht. Das alte Areal zwischen Böhmischer und Bautzner Straße wird bebaut, eine Ausweichfläche innerhalb des BRN-Gebietes nicht wirklich in Sicht. 3 Monate vor der BRN ist unklar, ob und wie es weitergeht. Eine unmögliche Situation für den Veranstalter „Kultur_aktiv e.V.“ und dessen  Booker Tobias Käppler, der die insbesondere ost- und südosteuropäischen Künstler nicht ewig hinhalten kann. Deswegen hat sich Kultur_aktiv e.V. schon seit längerem um eine Ausweichfläche bemüht. Die scheint er im sog. „Russen-Sportplatz“ neben dem Alaunpark gefunden zu haben.

Aus Sicht des Vereins ist es die beste Alternative und die seitens des Stadt vorgebrachten Bedenken meint er aus dem Weg räumen zu können. Leider sieht die Stadtverwaltung das anders.
Heute wurde über einen gemeinsamen Antrag der LINKEN und Grünen, der die Stadt auffordert, die Nutzung dieser Fläche für den „Lustgarten“ zu ermöglichen, abgestimmt. In seltener Eintracht waren fast alle anwesenden Ortsbeiräte im Wesentlichen der selben Meinung. Die „Diskussion“ verlief weniger zwischen den einzelnen Fraktionen, sondern mehr zwischen den Ortsbeiräten und den Vertretern der Verwaltung und Polizei. Es kam sogar zu der äußerst seltenen Situation, dass Benita Horst (FDP) den Ausführungen von Valentin Lippmann (Grüne) zustimmte.
Seitens der Verwaltung kam nur ein wirklich ernst zu nehmendes Gegenargument: eine „Haftungsübertragung“ der Stadt an einen anderen Veranstalter ist im Schadensfall nur dann wirksam, wenn das Gelände, für das die Übertragung gilt, den bau- und sicherheitsrechtlichen Vorschriften entspricht. Andernfalls haftet die Stadt eben doch. Der „Russen-Sportplatz“ scheint diesen Vorschriften (über deren Sinn man im Einzelnen streiten, auf lokaler Ebene wohl aber nicht außer Kraft setzen kann) nicht zu entsprechen. Alle anderen vorgebrachten Argumente erschienen vielen der OBRs dann eher als Versuch das eigene Nicht-Wollen zu bemänteln.
Immerhin präsentierte die Verwaltung eine Alternative: die Fläche Königsbrücke Straße 8 könnte nach erfolgtem Gutachten der  Grundstückssicherheit (u.a. wegen Unterkellerung) genutzt werden. Allerdings ist die Fläche viel kleiner, so dass nicht nur deutlich weniger Gäste unterzubringen wären, sondern auch das Aufstellen von Bierwagen u.ä. für die Finanzierung der Konzerte unumgänglichen Stände nahezu unmöglich wäre.
Am Ende wurde mit 16 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen in den Antrag der Passus aufgenommen, dass die Prüfung der Königsbrücker Straße 8 als Alternative für den „Lustgarten“ fortgesetzt werden soll. Der komplette Antrag, der die Stadt auffordert, den „Lustgarten“ im sog. „Russen-Sportplatz“ zu ermöglichen, wurde mit 14 Ja- Stimmen, 2 Enthaltungen und 2 Gegenstimmen angenommen.
Letztlich muss der Stadtrat darüber befinden. Es bleibt aber zu befürchten, dass die Verwaltung bewusst bremst und der „Lustgarten“ dann nur in kleinerer Variante auf der Königsbrücker Straße 8 statt findet – mit womöglich schwierigen finanziellen Folgen für den Veranstalter.